Zur Montagsfrage: Was ist die perfekte Lektüre?

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(c) wiki commons. Helen Stratton – Illustration zu einem Hans Christian Andersens Märchen

Früher konnte ich ausgefallene Literatur nie verstehen. Irgendwie hatsie mich nie betroffen. Das Schicksal anderer Menschen war mir egal, wenn ich mich nicht selbst in ihnen wiederfinden konnte. Also war mein Geschmack ziemlich einseitig: Murakami, Kafka, Comics, Heldengeschichten.. Ich wollte von Menschen lesen, die irgendeine Seite meines Charakters bedienen und war enttäuscht, wenn das nirgends zu finden war. Dann kam mein Germanistik-Studium und ich wurde mit viel mehr Literatur konfrontiert, bei denen die Figuren nicht so sind wie ich. Das hieß aber auch, dass in dieser Umbruchphase lesen nicht immer Spaß gemacht hat, sondern ziemlich anstrengen und mühsam war.

Heutzutage bin ich aber glücklich mit meiner weitaus flexibleren Lesegewohnheit, auch wenn sie noch um ein einiges flexibler sein sollte. Von Literatur erwarte ich heutzutage, dass sie nur noch bis zu einem bestimmten Grad so sind wie ich, um mich aus meiner Alltagswelt abzuholen, Aufmerksamkeit zu erregen und empfänglich zu machen, und danach ganz unterschiedlich zu mir sind, um mir etwas faszinierendes Anderes zu zeigen und mich an Orte führen, auf die ich selbst nie kommen würde. Wenn diese Orte dann auch noch so sehr betreffen, dass man sich gezwungen fühlt sich selbst überdenkt, dann ist für mich die perfekte Lektüre erreicht, die erst im Kopf des Lesers wirklich beginnt.

 

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Follow Friday: Der sonderbarste Ort der Literatur…

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Auf A Bookshelf Full of Sunshine wird jede Woche eine schöne Literatur bezogene Frage gestellt. Über die Frage dieser Woche könnten Buchblogger wirklich ganze Kindergärten ruhig stellen, glaube ich. Sie lautet: Was war der sonderbarste Ort, an den ihr je durch ein Buch gereist seid? Also will auch ich mich dieser Grundfrage jeder Lesers stellen und ziemlich sicher antworten:

Buchhaim! Aus dem Labyrinth der träumenden Bücher von Walter Moers.

Ich plane bald noch mal ausführlicher über diese so fantasievollen Ort zu schreiben, also vorerst nur einzelne Gedanken. Buchhaim ist der niedergeschriebene Ort aller Leseverrückten, weil es eine Stadt ist die von Organisation bis zum Einzelmenschen hin nur durch Bücher strukturiert ist. Das Machtzentrum bilden Antiquariate und Literaturkritiker, weil den größten Einfluss darauf haben, was gelesen wird. Und weil wirklich jeder die ganze Zeit liest, ist das für die Bevölkerung ziemlich fatal.

Walter Moers Roman wäre aber kein Abenteuerroman, wenn es nur darum ginge und doch sind die in Buchhaim geflossenen Ideen so liebevoll und kreativ umgesetzt, dass man nicht umhinkommt ständig ins Staunen zu kommen. Es ist ein wirklich ganz großer Roman, den ich auch an meine germanistischen und literaturwissenschaftlichen Kommilitonen immer wieder empfehle!

Aber soviel von mir, bin gespannt auf die anderen Beiträge.