11 Gegensätze: Ein dickes und ein dünnes Buch

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Elizzy91 hat in ihrer heutigen Challenge wieder mal den Blick ins Bücherregal provoziert. Sie hat sich wirklich zwei interessante Beispiele ausgesucht und zufällig hat Zehn Wahrheiten von Mirana July ein wirkliches ähnliches Konzept wie meine Bücher, die aus kurzen Wahrheiten bestehen, selbst wenn man diese nicht sofort versteht oder es sich vielleicht schon um abgelaufene Wahrheiten handelt.

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Das flache Buch ist eine der schönsten Gedichtzyklen, die es so gibt. Sonette an Orpheus in einer schlichten und übersichtlichen Ausgabe verlegt vom Insel-Verlag. Mit den magischen Versen kann man den ganzen Tag lang mit Lesen verbringen und beim Interpretieren fühlt man sich immer wieder wie bei einem Rätselspiel. Doch die Verse müssen nicht einmal verstanden, um genossen zu werden, so musikalisch sind sie geschrieben. Purer Sprachzauber.

Die Canterbury Tales von Geoffrey Chaucer ist eine mittelalterliche Kurzgeschichtensammlung, bei der sich  24 Pilger aus den verschiedensten gesellschaftlichen Zusammenhängen gegenseitig ziemlich derbe Erzählungen darbieten. Dabei entsteht ein lustig-buntes Panorama von spätmittelalterlichen Vorstellungen, was mit so viel Ironie und Scherz gezeichnet ist, dass es immer wieder die Mittelalterklischees unterläuft. Meine Lieblingsgeschichte ist die Erzählung die vom Ablaßkrämer, wo drei Freunde ihren vierten verstorbenen Kumpanen bedauern und ausziehen um den Tod zu töten.