SFB-Donnerstag: Bücher außerhalb meiner Reichweite

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Nachdem ich am Montag von mir selbst behauptet habe, einen flexiblen Literaturgeschmack zu besitzen, muss ich mich zur heutigen, wirklich gut gestellten Frage von LAH etwas kritisch beleuchten. Welche Themen bringen mich dazu das Buch wegzulegen oder generell nicht anzufassen? Wofür kann ich mich einfach nicht begeistern? Offen für alles bin ich jedenfalls bestimmt nicht. Ich mag es von meiner Lektüre herausgefordert zu werden. Wenn ich meinen Kopf nicht dazu bringen kann, das Buch als geistiges Rätsel zu betrachten, dann hab ich meistens daran einfach keine Interesse.

Viel problematischer als das ist aber mein Hang zu Klassikern. Von Klassikern weiß ich, dass sie in irgendeiner Hinsicht interessant sind. Beim Lesen kann ich mich dann fragen, was genau es ist, was sie zu Klassikern gemacht hat. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass alles was kein Klassiker ist im ersten Moment auf Skepsis meinerseits stößt. Wenn darüber hinaus ich über keine Kritiker- oder Bekanntenmeinungen weiß, die mich irgendwie das Buch schmackhaft machen können, würde ich es nur in den seltensten Fällen anfangen.

Aus diesem Grund habe ich wohl nie ein Buch eines afrikanischen Autors gelesen. In den Medien, über die ich mich so informiere, wird ja leider nie über afrikanische Literatur berichtet. Und selbst wenn, würde ich wahrscheinlich häufiger meine persönliche „Unbedingt-vor-dem-Tod-lesen-Liste“ abarbeiten, als den für mich noch völlig unbekannten literarischen Kontinent zu erkunden. Das ist ziemlich tragisch, weil ja grade an meinem Anspruch, meinen geistigen Horizont beim Lesen zu erweitern und etwas Fremdes zu erfahren, von afrikanische Literatur in vollster Weise entsprochen werden würde.

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8 Kommentare zu „SFB-Donnerstag: Bücher außerhalb meiner Reichweite

  1. Hej, gleich noch eine gute Frage! Ich denke fast immer nur an Bücher, auf die ich Lust habe. Die anderen verschwinden einfach aus meinem Blickfeld. Aber klar, das wäre doch mal spannend, sich diese Dunkelfelder genauer anzuschauen. Der eigene Nicht-Geschmack sagt wahrscheinlich genau so viel aus, wie der Geschmack.

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  2. Ein Tipp: auf tell-review gab es schon eine afrikanische Autorin, die zu lesen es sich mehr als lohnt, die Tage wird ein weiterer Artikel hinzu kommen über den kenianischen Schriftsteller Binyavanga Wainaina, den Sieglinde Geisel heute Abend auf dem Internationalen Literaturfestival vorstellen wird. Ansonsten: Nein, ich halte es nicht für eine Frage von Toleranz. Es hat etwas mit Kapazitäten zu tun. Und ich glaube fest daran, dass man seinen Neigungen folgen darf. Auch wenn dadurch andere Dinge zu kurz kommen. Einen wachen Blick kann man sich auch so beibehalten.

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  3. Ich muss zugeben, ich bin sehr in meinem Leseschema gefangen, auch wenn ich in letzter Zeit immer wieder bewusst versuche, auch zu anderen Büchern zu greifen. Afrikanische Autoren findet man in meinem Regal tatsächlich gar nicht, obwohl diese bestimmt besonders horizonterweiternd wären. Aber wenn ich mir dann die vielen ungelesenen Bücher in meinem Regal anschaue, weiß ich, dass ich diesen dann wohl doch erstmal den Vorrang geben würde.

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  4. Mir fällt gerade auf: Ich habe nur ein einziges Buch, das von einer Autorin vom afrikanischen Kontinent stammt („Reformiert Euch“ von Ayaan Hrsi Ali) – und eigentlich müssten es, gefühlsmäßig viel mehr sein. Schade eigentlich, dass über die dortige Literatur so wenig berichtet wird. Aber wer weiß, vielleicht finden wir ja noch die ein oder andere Perle – ich gebe Dir auf jeden Fall Bescheid 😉

    Liebe Grüße
    Sarah

    PS: Dein Blog gefällt mir sehr 🙂

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